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Usage Guide
Über scrypt
scrypt (RFC 7914) ist eine speicherintensive, passwortbasierte Schlüsselableitungsfunktion, die sowohl CPU-Zeit als auch Arbeitsspeicher in erheblichem Maß beansprucht. Sie wurde entwickelt, um GPU-, FPGA- und ASIC-Brute-Force-Angriffe abzuwehren, die PBKDF2 und bcrypt gefährden. scrypt wird im Litecoin Proof-of-Work, in Passwortmanagern und bei der sicheren Schlüsselableitung eingesetzt. Drei Kostenparameter erlauben eine flexible Abwägung zwischen Sicherheit und Leistung.
Verwendung
scrypt ist eine Einweg-Schlüsselableitungsfunktion — sie kann nicht umgekehrt werden:
Ausgabeformat
scrypt gibt den vollständigen Parameterstring aus, der für spätere Überprüfungen benötigt wird:
scrypt-Parameter wählen
Wählen Sie Parameter basierend auf Ihren Sicherheitsanforderungen und akzeptabler Latenz:
FAQ
Q: Warum ist scrypt resistent gegen Hardware-Angriffe?
A: scrypt ist speicherintensiv: Sein interner ROMix-Algorithmus erfordert den Zugriff auf einen großen Speicherblock (128 × N × r Bytes) in pseudozufälliger Reihenfolge. Dieses sequenzielle Speicherzugriffsmuster kann nicht wie SHA-256 parallelisiert werden — N=16384, r=8 benötigt ~16 MB zufälligen Speicherzugriff, was GPU/ASIC-Angriffe im Vergleich zu rein rechenbasiertem SHA-256 oder PBKDF2 um Größenordnungen teurer macht.
Q: Wie unterscheidet sich scrypt von bcrypt und Argon2?
A: Alle drei sind Passwort-Hashing-Algorithmen, unterscheiden sich aber im Design: bcrypt (1999) ist nur zeitaufwändig (festes 4-KB-Speicher), was es zunehmend anfällig für GPU-Angriffe macht. scrypt (2009) ist speicherintensiv und widerstandsfähig gegen GPU/ASIC, hat aber komplexe Parameterinteraktionen (großes N erhöht auch die CPU-Kosten via p). Argon2id (2015, PHC-Sieger) ist speicherintensiv, GPU-resistent und hat unabhängige Zeit-/Speicher-/Parallelitätsparameter. OWASP und NIST empfehlen Argon2id für neue Systeme; scrypt ist eine starke zweite Wahl.
Q: Warum muss N eine Zweierpotenz sein?
A: scrypt's ROMix-Algorithmus verwendet N intern als Größe einer Lookup-Tabelle und nutzt Bit-Maskierung (index & (N-1)) für effizienten Direktzugriff. Dieser Masken-Trick funktioniert nur korrekt, wenn N eine Zweierpotenz ist. Häufige Werte: 16384 (2¹⁴) für interaktive Nutzung, 1048576 (2²⁰) für Dateiverschlüsselung.
Q: Kann ich die scrypt-Ausgabe direkt als kryptografischen Schlüssel verwenden?
A: Ja — scrypt ist speziell dafür ausgelegt, Schlüsselmaterial zu erzeugen. Die 32-Byte-Ausgabe (256 Bit) ist als AES-256-Schlüssel oder ChaCha20-Poly1305-Schlüssel geeignet. Verwenden Sie jedoch niemals dieselbe scrypt-Ableitung für mehrere Zwecke (z. B. Authentifizierung UND Verschlüsselung) — leiten Sie separate Schlüssel mit verschiedenen Salts ab oder nutzen Sie eine KDF wie HKDF, um einen Root-Schlüssel zu erweitern.
Q: Was ist das Eingabeformat für die Verifikation?
A: Um ein Passwort gegen einen gespeicherten scrypt-Hash zu prüfen, geben Sie Passwort und vollständigen scrypt-Ausgabe-String durch einen senkrechten Strich getrennt ein: passwort|16384:8:1:salt_base64:key_hex. Das Tool leitet den Schlüssel mit den gespeicherten Parametern erneut ab und vergleicht ihn mit dem gespeicherten Schlüssel. Bei Übereinstimmung wird '✓ Passwort verifiziert' zurückgegeben.
Q: Eignet sich scrypt für die Passwortspeicherung in einer Datenbank?
A: Ja, mit geeigneten Parametern. Speichern Sie den vollständigen String (n:r:p:salt:key) pro Benutzer — er enthält alles für zukünftige Verifikationen. Verwenden Sie mindestens N=16384, r=8, p=1 für interaktive Anmeldungen; erhöhen Sie N für sicherheitskritischere Anwendungen. Siehe das OWASP Password Storage Cheat Sheet für aktuelle Empfehlungen.
Use Cases
Empfohlen: Passwortspeicherung
scrypt ist eine ausgezeichnete Wahl zum Hashen von Passwörtern vor der Datenbankspeicherung. Seine Speicherintensität macht Offline-Brute-Force-Angriffe um Größenordnungen teurer als PBKDF2 oder bcrypt. Verwenden Sie N≥16384 für Webanwendungen, höhere Werte für sicherheitskritischere Systeme.
- ✅ scrypt mit N=16384, r=8, p=1 für interaktive Web-Anmeldungen
- ✅ Den vollständigen n:r:p:salt:key-String speichern — niemals nur den Schlüssel
- ✅ Eindeutigen zufälligen Salt pro Benutzer verwenden (wird von diesem Tool automatisch generiert)
- ❌ scrypt mit N<1024 nicht verwenden — unzureichender Arbeitsfaktor
- 💡 Für neue Projekte Argon2id in Betracht ziehen — aktuelle OWASP-Empfehlung
Empfohlen: Schlüsselableitung für Festplattenverschlüsselung
scrypt eignet sich hervorragend zur Ableitung von Verschlüsselungsschlüsseln aus Passphrasen für Festplatten- oder Dateiverschlüsselung. Höhere Parameter (N=1048576) sind angemessen, da die Ableitung nur einmal beim Einhängen erfolgt und die zusätzlichen Sekunden Verzögerung akzeptabel sind. Der abgeleitete Schlüssel kann direkt mit AES-256-GCM verwendet werden.
- ✅ scrypt mit N=1048576 (2²⁰) für Festplatten-/Dateiverschlüsselungs-Schlüsselableitung
- ✅ Die 32-Byte-Ausgabe direkt als AES-256-GCM-Schlüssel verwenden
- ✅ scrypt-Parameter und Salt zusammen mit den verschlüsselten Daten speichern
- ❌ Denselben abgeleiteten Schlüssel nicht für Authentifizierung und Verschlüsselung verwenden
Empfohlen: Kryptowährungsanwendungen
scrypt wurde als Proof-of-Work-Algorithmus für Litecoin (und andere Kryptowährungen) eingesetzt. In Wallet-Anwendungen wird scrypt verwendet, um private Schlüssel aus Mnemonics oder Passphrasen abzuleiten. Seine Speicherintensität wurde gezielt gewählt, um ASIC-Mining-Vorteile zu widerstehen.
- ✅ scrypt für Wallet-Schlüsselableitung aus Benutzerpassphrasen
- ✅ scrypt für passphrasengeschützte Schlüsselspeicherung
- ❌ Für PoW-Mining-Anwendungen implementierungsspezifische Parameter verwenden
Nicht empfohlen: Nicht-authentifizierte Kontexte
scrypt leitet einen Schlüssel ab — es bietet selbst keine Authentifizierung oder Integrität. Für einen Message Authentication Code verwenden Sie HMAC-SHA256. Für schnelle Datenprüfsummen verwenden Sie SHA-256. scrypt's Rechenaufwand macht es für hochfrequente Operationen ungeeignet.
- ❌ scrypt nicht für allgemeines Hashing (stattdessen SHA-256 verwenden)
- ❌ scrypt nicht für HMAC oder Nachrichtenauthentifizierung
- ❌ scrypt nicht für hochfrequente Operationen (API-Anfrage-Signierung, Einzel-Request-Token)
- ✅ scrypt nur dort einsetzen, wo seine Passwortschutz-Eigenschaften ausdrücklich benötigt werden
Zusammenfassung der Best Practices
- scrypt ist eine speicherintensive KDF — geeignet für Passwort-Hashing und Schlüsselableitung aus Passphrasen.
- Stets den vollständigen Parameterstring (n:r:p:salt:key) speichern — niemals nur den Schlüssel.
- N muss eine Zweierpotenz sein; Standard N=16384, r=8, p=1 ist für interaktive Anmeldungen geeignet.
- Für neue Anwendungen empfiehlt OWASP Argon2id als erste Wahl; scrypt ist die starke zweite Wahl.
- scrypt ist NICHT geeignet für allgemeines Hashing, MACs oder hochfrequente Operationen — dafür SHA-256 oder HMAC verwenden.